Das Bauernhaus wurde 1802 vom Zimmermeister Bendicht Hoffmann aus dem Vogel Sand errichtet und dient heute als Wohnhaus. Der eindrucksvolle Ständerbau mit seinem typischen Zweidrittelwalmdach und den freistehenden Bundwänden steht auf einem Sockel aus Bruchsteinkeller im Erdgeschoss. Die Fassadenfenster sind noch in ihrer ursprünglichen Anordnung erhalten, ebenso wie die originalen Gesimse. Der Bau vereint klassizistische Elemente mit spätbarocken Formen und ist reich mit Inschriften sowie floralen Malereien geschmückt.
Über 15 Jahre lang stand nicht fest, ob dieses aussergewöhnlich stattliche Bauernhaus erhalten bleiben würde – es geriet in die Mühlen der Spekulation. Ein glücklicher Zufall führte schliesslich die heutige Besitzerin zum Gebäude. Sie erkannte seinen Wert und konnte den fortschreitenden Zerfall stoppen.
Zahlreiche Handänderungen hinterliessen am und im Bauernhaus sichtbare Spuren. Bauliche Eingriffe, die nicht immer im Einklang mit der ursprünglichen Substanz standen, hatten das historische Erscheinungsbild verändert. Mit viel Feingefühl und Respekt vor der Baugeschichte machte es sich die neue Besitzerin zur Aufgabe, diese Veränderungen behutsam zu korrigieren – um dem Haus Schritt für Schritt seine ursprüngliche Würde zurückzugeben.
Mit grossem Engagement für eine detailgetreue Renovation und viel Gespür für die historische Bausubstanz gelang es der Bauherrschaft gemeinsam mit den beteiligten Handwerkern, dem Gebäude neues Leben einzuhauchen, wie zum Beispiel die Malereien am Gebäude. Diese waren noch sichtbar und wurden von einem Restaurator wieder zur vollen Pracht erweckt.

Bei den ganzen Arbeiten wurde nicht nur viel Wert auf eine sorgfältige Wiederherstellung gelegt, sondern auch auf eine zeitgemässe Modernisierung. So entstand ein Wohnraum, in dem sich heutiger Komfort und historische Architektur auf harmonische Weise verbinden – eine gelungene Symbiose von Alt und Neu.
Heute präsentiert sich das stattliche Grossbauernhaus, innen wie aussen, wieder in jener Pracht, die es schon zur Zeit seiner Errichtung ausstrahlte. Die aufwendige Renovation hat nicht nur die Substanz bewahrt, sondern auch den Charakter des Hauses vollständig zur Geltung gebracht. Es war das richtige Haus für die Bauherrschaft – und für das Haus die richtigen neuen Besitzer. Eine Verbindung, die dem Gebäude seine Zukunft gesichert hat.
Text: Rolf Weber und Romina Tanner
Zahlen, Daten, Fakten:
Ort: Wengi bei Büren
Bauvorhaben: Umbau und Restaurierung
Schutzstufe: schützenswert
Bauzeit: 2020 – 2022
Baukosten: keine Angaben
Bauherrschaft: Privat