Der Heimatschutz setzt sich dafür ein, dass die Schweiz die Energiewende schaffen kann. Dazu muss die Nutzung von erneuerbarer Energie ausgebaut und die Winterstromlücke geschlossen werden. Damit sind selbstverständlich Vor- und Nachteile verbunden.
Die geplante Anlage umfasst rund 10 Hektaren auf 1700 m ü. M. und soll in den nächsten vier Jahren mit rund 20'000 Solarmodulen auf über 2400 Stahlgestellen realisiert werden. Die Fläche entspricht etwa 15 Fussballfeldern. Trotz der unübersehbaren Eingriffe in die Landschaft – etwa durch Fundamente, Trafostationen und Werkleitungen – überwiegen aus Sicht des Heimatschutzes die Argumente zugunsten des Projekts.
Ausschlaggebend für den Entscheid war die Vorbelastung des Standorts: Bereits heute prägen Lawinenverbauungen, Wege und Stromleitungen das Gebiet. Die geplante Anlage folgt dem natürlichen Geländeverlauf, die dunklen Solarmodule fügen sich in die bestehenden Waldpartien ein. Auch die Geometrie der Anlage wurde angepasst – statt harter Kanten entstehen organische Ränder, die sich besser in die Landschaft einfügen. Zudem ist die Einsehbarkeit der Anlage gering. Nur wenige Standorte bieten Sicht auf das Projektgebiet.
Die vorgesehenen ökologischen Ersatzmassnahmen wurden von Fachverbänden als angemessen beurteilt. Unter der Voraussetzung, dass das Projekt durch Fachleute aus Landschaftsarchitektur und Ökologie begleitet wird, unterstützt der Heimatschutz die Umsetzung.
«Wir sehen dieses Projekt auch als Chance, konkrete Erfahrungen mit alpinen Solaranlagen zu sammeln», sagt der Peter Oeschger, Vorstandspräsident der Regionalgruppe Interlaken Oberhasli. «Wie wirken sich solche Anlagen auf die Natur aus? Wie zuverlässig ist die Stromproduktion im Winter? Und wie entwickeln sich die Baukosten?»
Der Berner Heimatschutz unterstützt die Haltung der Regionalgruppe und wird die Umsetzung aufmerksam begleiten.
Luc Mentha, Präsident Berner Heimatschutz